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Businessknigge Japan

Aktualisiert: 26. Apr 2019

Der erste Eindruck zählt!

Bereits vor dem ersten Wortwechsel kann gepunktet werden, indem man sich der Situation angemessen benimmt. Dazu zählt neben der passenden Kleidung auch die Einhaltung gewisser Regeln. Bedacht werden muss dabei, dass diese Normen gesellschaftsgebunden sind. Gutes Benehmen wird in anderen Ländern unterschiedlich definiert.

In diesem Blogeintrag werden wir näher auf die Umgangsformen und Verhaltensformen in Japan eingehen.



Die Anrede

In Japan wird an den Namen von Frauen und Männern ein höfliches „san“ angehängt: Herr Takahashi wird also mit „Takahashi-san“ angesprochen. An den eigenen Namen sollte aber niemals ein "san" angehängt werden, dies gilt als selbstverliebt!

Die Begrüßung

Schulterklopfen, Begrüßungsküsse oder gar Händeschütteln sind in Japan unüblich. Korrekt ist eine leichte Verbeugung mit geradem Rücken. Die Hände dabei auf der Hose ablegen - so begrüßt man sich korrekt.

Dabei gibt es feine Unterschiede: Wer in der Hierarchie niedriger steht, verbeugt sich auch tiefer. Hier stehen Ältere über Jüngeren, Gäste über Gastgebern, Männer über Frauen. Im Geschäft verbeugt sich meist nur der Verkäufer, der Käufer darf sich auf ein Nicken beschränken.

Geschenke

Sollte man sich besonders gut mit einem japanischen Geschäftskollegen verstehen und möchte diesem ein Geschenk machen, ist dabei nicht nur der Inhalt wichtig. Viel Aufmerksamkeit verlangt auch eine schöne Verpackung. Das Mitbringsel darf nicht zu teuer sein, weil das den Beschenkten in Zugzwang bringt - was wiederum unhöflich ist.

Niemals sollte ein Quartett verschenkt werden - das bringt Unglück. Auch Messer und Scheren erfreuen den Beschenkten nicht: Sie stehen für das Lösen der (Freundschafts-) Bande. Freude hingegen wird mit Geschenken bereitet, die zwar kitschig aber dafür „typisch deutsch“ sind. Beim Überreichen muss darauf geachtet werden, das Präsent mit beiden Händen zu überreichen. Das verdeutlicht, dass das Geschenk von Herzen kommt.

Visitenkarten

Besonders bei geschäftlichen Treffen sollte auf den richtigen Umgang mit Visitenkarten geachtet werden. Für die Japaner sind die Kärtchen von hoher Bedeutung und gelten sogar als Teil der Persönlichkeit. Entsprechend sorgsam sollte man die Karten handhaben: Zum guten Ton gehört, sie mit beiden Händen zu überreichen - und in Empfang zu nehmen. Nun folgt eine leichte Verbeugung.

Danach sollten die Karten besonders aufmerksam studiert sowie keinesfalls als Notizzettel genutzt werden! Im Falle eines Geschäftsessens bleibt die Visitenkarte griffbereit auf dem Tisch liegen und sollte möglichst auf Japanisch und Englisch einwandfrei verfasst sein. Zerknitterte oder gar schmutzige Visitenkarten zu überreichen gilt als absolut unhöflich.

Streichen Sie das „Nein“

„Nein!“ Mit dieser direkten Ablehnung brüskiert man jeden Gesprächspartner in Japan. Diese Einschränkung kann allerdings zu Missverständnissen führen: Stimmt mir der andere wirklich zu oder bejaht er es nur aus Höflichkeit?

Wer im Gespräch immer wieder mal ein bestätigendes "Hai" (Ja) einwirft, signalisiert Aufmerksamkeit. Wer es allerdings mit "Haihai" (Jaja) übertreibt, ist schon wieder unhöflich.

Entschuldigungen

Eine Entschuldigung gehört zum guten japanischen Ton.

"Sumimasen" passt immer: Dies heißt sowohl "Entschuldigen Sie bitte!", "Es tut mir leid!" als auch "Danke!".

Umgangsformen

Bei einem Treffen sollte man nie zu spät kommen, aber auch nicht zu früh.

Um auf eine Person zu deuten, wird die ganze Hand ausgestreckt, nicht nur ein Finger. Wer auf sich selbst zeigt, deutet auf die eigene Nase.

Wer jemanden mit Gesten zu sich winken möchte, muss die Handfläche nach unten halten. In Japan winkt man mit der Handfläche nach oben nur Tiere zu sich.

Unglück bringt die Zahl vier: Sie wird "shi" ausgesprochen und ist damit phonetisch gleichbedeutend mit dem Wort für Tod. Daher wird die "vier" im Alltag umgangen, auch Hotelzimmer mit der Nummer vier gibt es oftmals nicht.

Tischmanieren

Sollte in Gesellschaft gegessen werden, schenke dir nicht selbst nach. Die Bedienung füllt das Glas immer dann auf, wenn es leer ist. Besteht kein Wunsch nach mehr, sollte sichtbar ein Rest im Glas sein. Wer sich hingegen selbst nachschenkt, gilt schnell als „Säufer“.

In Japan heisst Prost "Kanpai", vor dem Essen bedankt man sich mit "Itadakimasu", danach mit"Gochisosama deshita".

Das Schlürfen, vor allem beim Verzehr von Suppen, ist (zumindest bei Männern) gern gesehen, da dies als Kompliment für den Koch verstanden wird. Reis- und Suppenschüsseln werden in die Hand genommen und das Essen mit den Stäbchen in den Mund geschoben.

Im japanischen Restaurant gehört es sich nicht, Trinkgeld zu geben. Der Service wird als Voraussetzungangesehen und sollte nicht extra honoriert werden.

Gefühlsausbrüche

Falls etwas nicht nach Plan verlaufen sollte, dürfen Gefühle wie Ärger oder Nervosität niemals zum Ausdruck gebracht werden. Dies gilt umso mehr im geschäftlichen Kontext.

In Japan sollte jeder jederzeit "sein Gesicht wahren", auch wenn nach europäischen Maßstäben ein anderes Verhalten angebracht wäre.

Auch wildes Gestikulieren erregt unangenehmes Aufsehen und Hände sollten nicht "sprechen".

Wenn ihr diese Tipps beherzigt, könnt ihr das ein oder andere Fettnäpfchen umgehen. Die japanische Kultur unterscheidet sich teilweise stark von der arabischen Kultur. Welche Grundsätze und Verhaltensknigge diese mit sich bringt, durchleuchten wir im nächsten Blog!

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